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Bergwerk "Goldkronach" Wein Signe
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am Berg, Richtung Goldmühl befindet sich das Bergwerk “Goldkronach” welches vom Nürnberger Kohlenhändler Leger angeschlagen wurde
Hier wurde angegeben, dass es eine Ausbeute von über 20 Gramm Gold, jedoch nach Beprobung des Bergamtes Bayreuth nur 2 Gramm pro Tonne Erz aufwies.
Die Halde ist verschwunden, sie wurde für Wegebau am Weizbühl verwendet, wo vor dem Kriegsende eine Arbeitersiedlung errichtet wurde

Ca.

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Bilder Untertage

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Text Arnold

Bergwerk an der Galgenleite, Leisauer Berg
von Eberhard Arnold,Wolfgang Irber

Nach Ende des Goldbergbaus in Goldkronach/Brandholz im Jahre 1925 wurde von 1926 bis 1933 an der Galgenleite bei Goldkronach ein neuer Bergbauversuch unternommen. Über die Hintergründe des Unternehmens gelangte so gut wie nichts an die Öffentlichkeit. 60 Jahre nach dem Ende des Bergbauversuchs wurden die Befahrungsprodokolle im Bergamt Bayreuth eigesehen und der verschüttete Stolleneingang wieder entdeckt. Eine Untersuchung des in Vergessenheit geratenen Unternehmens ergab, daß für einen Goldbergbau an dieser Stelle keine geologischen Gründe erkennbar sind.

 1.Einleitung

     Sechshundert Jahre lang war das Erzrevier um Goldkronach Mittelpunkt zahlreicher Bergbautätigkeiten gewesen, doch wirtschaftliche Gründe erzwangen 1925 auch die Schließung der letzten und goldreichsten Grube, die zuletzt von der Fichtelgold AG betrieben worden war (Pascher 1985). Entgegen diesem Trend wurde ein Jahr später, nordöstlich von Goldkronach an der Galgenleite und damit etwas außerhalb des eigentlichen Erzreviers (vergl. Abb. 2 in Irber& Arnold, dieser Band) ein neuer Bergbauversuch begonnen, der sich mit einem zwischenzeitlichem Stillstand von sieben Jahren bis 1933 hinzog. Fast vollkommen in Vergessenheit geraten, taucht er bisher in der einschlägigen Literatur über den Goldkronach Bergbau nicht auf; lediglich Gerüchte über einen alten Goldstollen an der Galgenleite hatten sich in der Bevölkerung gehalten.

     Sechzig Jahre nach der Schließung sah man im Bergamt Bayreuth die alten Befahrungsprotokolle ein (kein Aktenzeichen), die zusammen mit dem geringen Schriftverkehr die Grundlage für diesen Artikel bilden und auf Wunsch im Heimatmuseum Goldkronach eingesehen werden können. Nach  den alten Grubenplänen wurde das verschüttete Stollenmundloch wiedergefunden. In Zusammenarbeit  mit dem Heimatmuseum Goldkronach und der Spiläogruppe Nordostoberfranken wurde  der Stollen für zwei tage geöffnet, neu vermessen und geologisch untersucht. Hauptziel war es, die Umstände seines Betriebs näher zu beleuchten und ein Urteil aus heutiger Sicht über dessen mögliche Rentabilität abgeben zu können. Gleichzeitig sollte ein eventueller geologischer Bezug zu den Erzgängen bei Brandholz untersucht werden.

2. Geschichte des Bergbaus

     Ende Juli 1926 wurden unter der Leitung von Max Leger, einem Kaufmann aus Nürnberg, die Aufschlußarbeiten für einen Stollen an der Straße von Goldkronach nach Goldmühl aufgenommen. Konkrete geologische Gründe für die Wahl dieser Stelle werden nicht genannt. In den Befahrungsprodokollen findet sich dazu  der Satz: “Bei 15 bis 16 m Stollenlänge soll ein goldhaltiger Quarzgang nach Angabe eines Wünschelrutengängers angefahren werden.” Einen Monat nach Beginn der Arbeiten wurde bei der Berginspektion die Abbaugenehmigung beantragt; zu dieser Zeit waren bis zu 12 Mann in zwei Schichten beschäftigt (Bergamt Bayreuth 1934)

     Nach den ersten Metern Stollenvortrieb traf man eine ca. 20 cm mächtige, verquarzte Zone im Gneisan, die für die weitere Richtung des Vortriebs nach NW bestimmend wurde (Abb. 1).

     Eine Beprobung der verquarzten Zone durch Bergrat Cullmann (bayer. Berginspektion , Bayreuth) ergab überraschend hohe Goldgehalte von 16 g/t. Über die Art der Goldführung finden sich jedoch keine näheren Angaben. Wenige Monate nach Beginn der Arbeiten ging die verquarzte Zone durch eine Störung verloren (Abb 1) und die Arbeiten wurden fürs erste eingestellt. Von Aufbereitungsversuchen des bisher geförderten Materials ist weder zu diesem noch zu einem späteren Zeitpunkt etwas bekannt geworden; alles gewonnene Material scheint auf Halde geschüttet worden zu sein.

     Erste Zweifel an dem Goldgehalt sind aus dem Jahre 1931 in einem Brief an die Berginspektion Bayreuth dokumentiert (Brief von A. Naaf v. 26. 1. 1931). Der Bergingeneur aus Regensburg äußerte seine Bedenken, als er um eine allgemeine Einschätzung des seiner Meinung nach zweifelhaften Unternehmens bittet. Ihn hätte das Verhalten des Eigentümers stutzig gemacht, der das Angebot einer Probenahme abgelehnt habe. Nach den Andeutungen in dem Brief muß sich der Eigentümer der Grube zu dieser Zeit auf der Suche nach neuen Investoren befunden haben. In diesem Zusammenhang sollen auch Gerüchte über weitere lohnende Erzvorkommen im Fichtelgebirge in Umlauf gebracht worden sein.
Sieben Jahre nach der vorübergehenden Stillegung wurden die Arbeiten im Dezember 1933 mit Finanzierung durch die neu gegründete Gewerkschaft Goldkronach-Nürnberg fortgeführt. Die Leitung hatte wiederum Max Leger. Man versuchte die verlorene, verquarzte Gneiszone über einen 11 m langen Querschlag nach SW wiederzufinden, jedoch ohne Erfolg. Daraufhin wurde der Hauptstollen in ursprünglicher Richtung bis auf eine Länge von 24 m vorgetrieben. Stark nachbrüchiges Gebirge zwang schließlich nach SW querschlägig auszuweichen. Zahlreich herabstürzende Felsbrocken kennzeichnen noch heute diesen eingestürzten gefährlichen Bereich.
Nach 6 m Querschlag wurde ein schmaler Quarzgang (7 cm) durchfahren, in dem neben Spuren von Chalkopyrit und Malachit auch Freigold gefunden worden sein sollen. Von einer Goldanalyse ist allerdings nichts bekannt. Nach 12 m erreichte man eine Störungszone (0,5m), die von bläulich-grauen, stark zerscherten Quarzlinsen durchzogen ist.
Aufgrund der extremen Brüchigkeit des Gebirges war ein Weiterarbeiten in dem bestehenden Niveau nicht mehr möglich. Man begann einen Schacht abzuteufen, der mit 32 m TEUFE BIS AUF DIE talsohle reichen sollte (heutige gemessene Teufe 24 m). Bei rund 10 Meter Schachttiefe steiß man erneut auf einen Quarzgang (ca 20 cm mächtig), zu dem ebenfalls keine Angaben über eine eventuelle Erzführung vorliegen. Es wurde vermutet, daß er mit dem Querschlag bei 6 m angetroffenen Quarzgängchen in Verbindung stehen könnte. Die angestrebteEndteufe des Schachtes von 32 m wurde aufgrung zunehmender  Bewetterungsprobleme nie erreicht.
1934 ließ man in Gegenwart von Berginspektor Steiner (Bayrische Berginspektion Bayreuth) zum zweitenmal eine Probenahme durchführen. Zu dieser Zeit arbeiteten 11 Mann im Stollen. Zwölf Gneisproben wurden verteilt über den gesamten Bergwerksbereich genommen und wie acht Jahre zuvor in Freiberg analysiert (Staatl. Sächs. Hütten- und Blaufarbenwerke). Die Analysen ergaben einen Durchschnittgehalt von 1,8 g Gold pro Tonne,der damit mindestens um das zehnfache für einen rentablen Bergbau zu niedrig lag. Aus dem Fehlen weiterer Unterlagen kann geschlossen werden, daß das endgültige Ende des Bergbaus noch im gleichen Jahr erfolgt sein muß.

3. Geologie und Tektonik

Die Galgenleite liegt geologisch am Südrand des Bernecker Gneiskeils, einem kleinen, tektonisch isolierten Teilstück der nur wenige Kilometer weiter im Norden liegenden Gneismasse (vergl. Abb. 1 in Irber & Arnold, dieser Band). Durch seine isolierte Lage war der Bernecker Gneiskeil seit jeher Gegenstand detaillierter Untersuchungen gewesen, und wurde als Schlüssel zum Verständnis der tektonischen Situation deer Münchberger asse betrachtet (Brennich 1930: Sannmann 1952, 1957, 1960;Hofmann& Richter 1959). Am Südwestrand(= Galgenleite) beschränkt sich die komplexe Lithologie des Gneiskeils im wesentlichen auf die Gneise der Liegendserie und die Amphibolite der Randschieferserie. Bereits ein Blick auf die geologisch Karte (Blatt Bad Berneck i. Fi. 5936) zeigt, daß die heutige, relative Lage der beiden Gesteinseinheiten zueinander durch tektonischen Vertikalversatz bestimmt ist.
       An der Galgenleite wurde der Stollen am Waldrand auf halber Höhe der Talflanke in den Gneisen der Liegendserie aufgefahren. Im vorderen Stollenbereich sind Muskovitgneise aufgeschlossen, in denen vereinzelt zentimetergroße Feldspatblasten auftreten. Ab dem zweiten Querschlag schließen an einer Störung Amphibolite an (Abb. 1), die den Meta-Basalten der Randamphibolitserie angehören. Ausführliche petrographische Beschreibungen dieser Gesteinseinheiten finden sich bei Steiner (1977).
Das Hauptgefügemerkmal der Gesteine ist eine steilstehende Schieferung mit flach liegender Faltenachse (NNE-SSW; vgl. auch Hofmann& Richter 1959). Die unterschiedlichen Einfallwinkel der Schieferung und der Faltenachsen deuten die relative Rotation der einzelnen, durch Störungen voneinander getrennten Gesteinsblöcken an. Sannemann (1957) vermutete antithermische Schollenrotationen an NW-SE- streichenden Verwerfungen mit relativer Absenkung der Westscholle.
Das dominanteste Störungssystem im Stollen wie im gesamten Bernecker Gneiskeil streicht NW-SE und fällt mit 50-70 Grad nach SW ein. Zu dem System gehören (1) die verquarzte  Zone des Hauptstollens, (ii) fast alle weiteren aufgefundenen Quarz- und Karbonatgänge, und (iii) der tektonische Kontakt zwischen Gneis und Amphibolit im hinteren Stollenbereich. Harnischflächen deuten eine zuletzt erfolgte Bewegung im Sinne einer Aufschiebung an. Eine weiteres markantes Störungssystem im Stollen streicht nahezu N-S und fällt mit ca. 35 Grad nach SE ein. Die Bewegungsrichtung ist nicht erkennbar. Eine Störung dieses Systems ist im zweiten Wuerschlag für die Verwerfung der zu Beginn des Bergbaus verfolgten, verquarzten  Gneiszone verantwortlich.

 

 

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