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Alaun-Beständig Glück

Vom ehemaligen Bergbau an der Eisenleite in Berneck

Alter Stollen im Cafegarten Blüchersruh

Als einer der sieben Berneck umschließenden Berghügel liegt unweit der Vereinigung beider Flüsse, Ölschnitz und Weißer Main, deren Täler sie voneinander scheidet, die Eisenleite, die, wie schon der Name vermuten läßt, einstmals auf Eisen und andere Metalle abgebaut wurde. Die ersten nachweisbaren Bergbauspuren finden sich hier aus dem Jahre 1478, aus welcher Zeit überliefert ist, dass ein Otto Hofmann eine Fundgrube mit einem Suchstollen an der Eisenleite auf Eisen und andere Metalle errichtete. Im laufe der Zeit bis zum Anfang unseres Jahrhunderts entwickelten sich etwa im Gebiete des heutigen “Rothersberg” zwei Bergwerksgruben, die Eisengrube “Bergmannsglück”, die wohl ineinander übergingen und Stollen und Gänge gemeinsam hatten.  Aus dem Jahre 14886 ist erwähnt, dass im “Beständigen Glück” auf der Eisenleite auf “Vitriol” gegraben wurde, und  aus dem Jahre 1770, dass sie in einer Fundgrube nebst 2er Maasen und einem Mittel- und tiefen Haupt- und Erbstollen bestand. Damals wurde auch die Alaunhütte, die bis dahin bei dem 1767 errichteten Bernecker Drahtwerk an der Stelle des heutigen Jahnschen Werkes (heute Popp&Co) stand, zu großem Vorteil nahe am Bergwerk erbaut und viel weißer Alaun und Vitriol gesotten.

Der Gewinn der Ausbeute war gut, 1795 wurde für 3000 Gulden Alaunschiefer gefördert und aus dem Jahre 1796 ist bekannt, dass der Goldkronacher Bergwerksbezirk, zu dem Berneck gehörte, für 45000 Gulden Eisen und für 21500 Gulden Vitriol und Alaun  u. a. erzeugte. Der Bergbau war so eine gewaltige Quelle des Volkswohlstandes. Trotz aller Förderung durch die Regierung ging er aber im 19. Jahrhundert immer mehr zurück, da die  englische Eisenindustrie durch Verwendung ihrer weitaus billigeren Steinkohle als Brennmaterial in der Lage war, die deutsche Konkurrenz zu schlagen.1844 wurde die Eisenleite nicht mehr fachmännisch betrieben, weil der Eisenstein in der Grube “Bergmannsglück” zu viel Schwefel führte, und da die Hauptfundorte der Vitriole die abgebauten und wieder verfüllten Räume waren, so lohnte vermutlich auch die Vitriol- Alaunerzeugung nicht mehr.
Wenn man  heute zum Rothersberg kommt, so sind in der nunmehr aus der einstigen Bergwerksschutthalde erstellten großen Parkanlage noch eine Anzahl ausgefallener Schächte mit kesselförmiger Vertiefung, so genannter Ringen (Pingen) zu erkennen, die von dem alten Bergbau an der Eisenleite zeugen. In den Pingen kann man noch Erzproben sammeln. Es handelt sich um ein Roteisen oder Magneteisensteinlager, das in Brauneisen, dem Schwefelkies beigemengt ist, umgewandelt ist. Nebengestein  sind Diabasmandelstein und Schalstein. Im Park finden sich außerdem zwei eingezäunte schächte (oder früher Lichtschächte?) zu erkennen von etwa 30 Meter Tiefe und 2 Meter oberen Durchmesser, die durch gewachsenen Felsen, der sichtbar zu Tage tritt, hindurchgehen. Von hier führt eine gedachte gerade Linie nach Südwesten in etwa 150 Meter Entfernung zu einem noch erhaltenen Stollen von 35 Meter Länge, dessen sehenswerter Eingang auf dem Besitztum des Cafe`gartens “Blüchersruh”, Maintalstraße, ist neben dem Wassertretbecken. Das Wasser dieses Beckens kommt aus dem Stollen und ist neben seiner erfrischenden, etwa 6 bis 7 Grad schwankenden Temperatur, wodurch es zu einem wirksamen reaktionsmittel für Wassertretende Kneipianer wird, auch durch einen starken Alaun- und Eisengehalt ausgezeichnet und deshalb als Trink- und Heilwasser bei Verdauungsstörungen beliebt und bekannt. Der Stollen ist in seinem vorderen etwa 20 Meter betragenden Teil ausgemauert und 1,5 Meter hach. Am Ende dieses Teils schließt seitlich rechter Hand ein 4 Meter langer und 3 Meter breiter Raum an, in dem die frühere Pulverkammer des Werkes vermutet. Das Felsgestein dieses Raumes ist stark mit weißen Alaunkristallen überzogen. In weiterer Fortsetzung des Längsstollens folgt nun der hintere Teil, ein etwa 15 Meter langer und 1 Meter hoher Gang mit überall bloßliegender ebenfalls mit Kristallen überzogener Felswand und Felsendecke.
Den Abschluß bildet die Quellfassung für die aus Spalten und den sichtbaren Höhlungen und weitungen des ehemaligen Werkes zuströmenden Wassers für das Wassertretbecken und dem “Gesundbrünnlein” am Eingang des Stollens. Durch diesen engen Stollen ging am 25. Januar 1806 auch Generalfeldmarschall  von Blücher, als Gast des damaligen Bergwerksdirektors Freiherr von Reitzenstein, Bayreuth, in das Bergwerk hinein, wo ihm zu Ehren ein glänzendes Fest gegeben wurde. Der enge Stollen und der waagrechte Eingang in die Grube waren durch 60 Leuchter mit Seitenlichtern erhellt, im Innern der Grube und ihren Weitungen strahlte eine feentempelartige Beleuchtung, in einem Seitenschacht spielte eine Regimentsmusik. Blücher musste auf einer Bohle über einen tiefen unter seinen Füßen beleuchteten Schacht schreiten, in welchem Moment links und rechts 12 losgebrannte Bohr-Ladungen donnerten. Als er den inneren Raum betrat, bewillkommneten ihn sinnige Gemälde und Inschriften an einer 30 Fuß hohen Pyramide, die mitten auf einer Bretterbühne in einem Lichtschacht errichtet war. Die Räume umher dienten zum Tanzsaale, während die Nebenräume alle kostbar möbliert, dekoriert und illuminiert, zu Speisegemächern umgewandelt waren. Oben im Lichtschacht strahlte eine transparente Sonne. Diese Räume sind alle zerfallen und nicht mehr zugänglich, und nur noch der Eingangsstollen ist - wie schon erwähnt - noch erhalten und erinnert am stärksten an die alten Zeiten regen Bergbaubetriebes an der Eisenleite.

Dipl. Ing. F. Weiß Berneck

Quelle: Bernecker Zeitung Juli 1935

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Mundloch am Rothersberg

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Am Mundloch des Erbstollens

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