goldgesicht Kretschmann Wein Signe

 

Dr. Bruno Frobel Bamberg

Zur Erinnerung an meinen Vater Oskar Frobel (1907-1989), einen Sammler unseres Vereins

 

Vor 250 jahren:

Kretschmann, Trommler und Logolius-
drei große Mineraliensammler unserer Heimat

Einige Jahrzehnte vor Goethe, dessen Mineraliensammlung wir heute noch in Weimar bewundern können,gab es in Hof und Naila bereits drei große persönlichkeiten, die im Zeitalter der Aufklärung einige Sammlungen von Mineralien, Gesteinen und Fossilien anlegten. Es war zu der zeit, wo in Bayreuth das Markgrafenpaar Friedrich und Wilhelmine alle Künste, Wissenschaften und den Bergbau besonders förderten. So war einmal:

Johann Wilhelm Kretschmann (1702-1758)

Der Apothekerssohn wuchs in Hof auf dem Gut Stelzenhof auf; dieses finden wir heute noch versteckt zwischen Frankenpost und Gefängnis und war ja auch noch bis vor einigen Jahrzehnten eine Oase in der Natur. So begann er schon als Junge zu sammeln, ging dann auf das Hofer Gymnasium, studierte nach  dem frühen Tod seines Vaters in Leipzig Pharmazie und dann in Erfurt Medizin. Er praktizierte als Arzt in Hof, wurde 1729 schon Bezirksarzt der Landeshauptmannschaft und schließlich Ratsherr und Bürgermeister von Hof.
Kretschmann hatte inzwischen schon eine große sammlung, hauptsächlich von Erzmineralien, kannte auch alle alten Bergwerke und  was darüber geschrieben worden war. Auf Grund dieser überragenden Kenntnisse holte ihn Markgraf Friedrich 1737 als Hochfürstlich-Brandenburgischen Bergrat nach Bayreuth; er sollte das Bergwesen wieder neu beleben. Seine Vorschläge waren sehr vernünftig, wurden aber von den Bayreuther Beamten oft hintertrieben und nicht an  den Markgrafen weitergeleitet. So lagen große Bestellungen auf den berühmten  Marmor unserer Gegend vor. kretschmann wollte zum Schneiden und Schleifen eine große, mit Wasserkraft der saale betriebene Fabrik bauen - die viel kleinere Marmormühle in Naila wurde erst zwanzig Jahre später gegründet. Die Marmorblöcke wurden aber weiterhin mit Ochsenkarren zum Zuchthaus in Bayreuth geschafft, dort gesägt und mit der Hand geschliffen. Es blieb bei dieser Monopolstellung. So resignierte Kretschmann 1740, sicher nicht aus Gesundheitsgründen, wie er angab, sondern aus Verärgerung. In den folgenden beiden Jahren vollbrachte er aber eine für uns heute  noch wichtige Großtat: Er schrieb z. T. selbst alles zusammen, was er aus den alten Schriften und eigener Kenntnis wußte, es wurden 3240 (!) Seiten in Oktavformat, in drei Schweinslederbänden zusammengefasst. Die “Berg Historia Brandenburg Bayreuth 1741” als Standartwerk über alles, was bis 1741 in unserer Gegend von Mineralien und Bergbau war, steht auch heute noch im Staatsarchiv Bamberg! Manch heimatforscher oder Lehramtskandidat hat daraus zitiert. Aber das Werk ist zu umfangreich, viele können auch die alte Schrift nicht mehr lesen und der vorsichtigen Nutzung waren schließlich Grenzen gesetzt. So ist es für die weitere Forschung von unschätzbarem Wert, was in den letzten zehn Jahren passierte: Der biblophile Hofer Unternehmer Dr. Dr. Hans Vießmann ermöglichte es, daß jede Seite fotografiert, restauriert und verkleinert auf Dünndruckpapier gedruckt 1992 in einem 9 Zentimeter dicken Werk in beschränkter Auflage herausgegeben werden konnte.

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