goldgesicht
Wein Signe
 als Bergmann

Alexander von Humboldt als Bergmann
von Eberhard Arnold   (Sammlung G.Wein)

Am 1. Juni 1793 (1) trat Alexander von Humboldt seinen Dienst als Oberbergmeister in den ehemaligen Fürstentümern Ansbach und Bayreuth an. Ihm unterstanden die drei Bergamtsreviere Goldkronach, Naila und Wunsiedel.
    Schon bald danach, am 10. Juni 1793 (2), berichtete er seinem Freiberger Freund Carl Freiesleben (1774-1846) (3) über seine Tätigkeiten im Goldkronacher Revier.
Er ist enttäuscht über seine Aufgaben, er verrichtet vorläufig Dienste eines Geschworenen und nicht eines Oberbergmeisters, da es an Führungspersonal fehlt. Schon in diesem Brief klagt Humboldt über die mtten Wetter (4) in der Grube, er war damit beschäftigt, den eingestellten Bau (5) der “Fürstenzeche” vorzurichten. Er informierte sich über die Situation der Grube mit Hilfe alter Bergwerksakten, (6) Sein Ziel war es, in das unverritzte Gebirge vorzustoßen, um goldhaltige Erzgänge aufzuspüren. Er wollte nicht wie sein Vorgänger Freiherr von Bothmer (1736-1803) (7) Stollen in das Quergestein (Nebengestein) treiben und Gänge suchen, die nicht existieren. Er baute den Knechtsgang südlich  vom Jakobischacht ab, der durch mehrere tektonische Störungen zerstückelt und verschoben ist und trieb den Abbau nach Süden. Er befürchtete immer wieder in Altungen (8) zu stoßen. Nachdem Humboldt neue und vielversprechende Erzanbrüche festgestellt hatte, ließ er kontinuierlich, sogar gegen den Willen (9) des preußischen Ministers für Bergwesen, Friedrich Anton Freiherr von Heinitz (1725.1802), weiter abbauen. Heinitz vertrat die Meinung, daß der Bergbau auf Golderze in der Fürstenzeche nicht wirtschaftlich sei und wollte den Betrieb einstellen lassen. Humboldts Bestreben war auch, der armen Bevölkerung Arbeit zu verschaffen.
     Außerd der Golderzförderung auf der “Fürstenzeche” betrieb Humboldt auch den Abbau von Antimonit auf der Grube “Schickung Gottes”. Für dieses Vorhaben hatte der preußische König Kuxe gezeichnet und unterstützte damit Humboldts Pläne. (10)
     Humboldt ließ das geförderte Gangmaterial getrennt  lagern, um den Erzgehalt der einzelnen Abbauörter ermitteln zu können, auch verglich er die Selbstkosten mit dem  zu erzielenden Erlös. Seinen Verbesserungsvorschlägen, die an das Ober- Ber- Depadement in Bayreuth gerichtet waren, fügte er meistens Kosten- Nutzungs-Rechnungen bei, sehr oft sogar auch den Finanzierungsvorschlag. (11)
Schon im November 1793 führte er im Goldkronacher Revier die Berichterstattung durch den jeweiligen Geschworenen ein. Diese hatte im Abstand von zwei Wochen schriftlich anzuführen, wo er mit seinen Leuten arbeite, wie stark seine Belegschaft sei und welche Menge er fördere. Humboldt erhielt diesen Bericht, ergänzte  ihn durch Randbemerkungen und ließ ihn dem Geschworenen wieder zukommen, so erhielt die jeweilige Führungskraft Humboldts Anweisungen schriftlich. (12) Auch führte er die Vergütung der Arbeit im Gedinge ein, das heißt die Abrechnung erfolgte nach geförderter Menge und nicht mehr wie bisher im Schichtlohn. Humboldt betrachtete die Arbeitsmethoden von der menschlichen und von der wirtschaftlichen Seite “Je langsamer man verfährt, destomehr steigen die Generalkosten, desto unsparsamer ist der Betrieb.” Den Begriff “Generalkosten” sollten wir mit unserem heutigen Begriff “Allgemeine Geschäftskosten” gleichsetzen .(13) Diese wirtschaftlich oriendierte Einstellung geht auf sein Studium an der Handelsakademie von Johann Georg Büsch in Hamburg zurück.
     Humboldt hat sich auch sehr intensiv mit den Möglichkeiten des Röstens und Amalgamierens der Goldkronacher Golderze beschäftigt. Auch hat er einen Vorschlag für den Bau eines Poch- und Waschwerkes in Brandholz ausgearbeitet, welches nach Beendigung seines Aufenthaltes in Goldkronach im Jahre 1800 gebaut wurde. Sein Generalbefahrungsbericht aus dem Jahre 1795 gibt genaue Auskunft über die von ihm eingeleiteten und durchgeführten Maßnahmen. (14)
     Humboldts Aussprüche wie “In Goldkronach besonders bin ich glücklicher, als ich je wagen durfte zu glauben”. (15) oder “Mit Goldkronach bin ich besonders glücklich geweswn” (16), sind durch sehr genaue Angaben der Förderung und des Erlöses untermauert und beziehen sich nicht auf die Landschaft oder auf die Bevölkerung.
     Es wäre noch viel über den Bergmann Alexander von Humboldt zu berichten, ich möchte aber einen größeren Freiraum für den Naturwissenschaftler und den Erfinder zur Verfügung haben
.

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Der Grubenretter

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Der Licht-Erhalter wurde in Berneck im Bergwerk Beständig Glück ausprobiert

Probierbesteck von Humboldt

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Museumsansicht

Humboldt-Kirchgasse-821 (2)
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