goldgesicht
Wein Signe
Bergbau-Sieghardt

aus “Oberfränkischer Heimat” 10. Jahrgang 1933 S. 72 ff. (Privatarchiv Günther Wein)

Gold und Silber im Fichtelgebirge

Wiederaufnahme des Bergbaues bei Brandholz
von August Sieghardt, Nürnberg

Kürzlich hörte man, dass in Stuttgart eine neue Gesellschaft mit 6000 Anteilen errichtet worden sei, die die alten Bergwerksrechte der ehemaligen, 1920 gegründeten “Bergbau-Aktiengesellschaft Fichtelgold” in Brandholz bei Berneck i. Fi. erworben hat und die Gewinnung von Gold, Silber, Antimon, Arsen und anderen Erzen in ihren 463 Hektar umfassenden Grubenfeldern im Fichtelgebirge wieder aufnehmen will.
     Nicht nur im Fichtelgebirge, sonder auch im übrigen Bayern wird man diese Mitteilung mit einiger Bewunderung aufnehmen, denn alles, was man bisher, besonders in den letzten zehn Jahren, über das Wiederaufleben des Gold- und Silberbergbaues im Fichtelgebirge und über die Entwicklung dortiger Bergbaugesellschaften gehört hat, war nicht dazu angetan, das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit der Öffentlichkeit zu diesem Industriezweig zu festigen. Es gab mehr Enttäuschungen als Erfolge, und nicht nur Hunderttausende, sondern Millionen wurden bei  diesen mit großen Hoffnungen begonnene Versuchen, im Fichtelgebirge nach Gold und Silber zu graben, verloren. Es  idt seltsam, dass der mehr als tausendjährige Traum von ausgiebigen Goldadern in dieser Gegend auch heute noch Anhänger findet. Die allerersten Schürfversuche nach Gold wurden im Fichtelgebirge schon im neunten Jahrhundert, also vor rund elfhundrt Jahren, unternommen. Mittelpunkt war das Städtchen Goldkronach, das jahrhundertelang das ersehnte Ziel aller Goldsucher war.  Unter der Regie des Burggrafen Friedrich V., der Goldkronach zur Stadt erhob, wurde hier, am sogenannten Goldberg, ein regelrechter Goldbergbau betrieben, der in der Zeit von 1365 bis 1430 seine Blüte erlebte und zu den kühnsten Hoffnungen berechtigte. Obwohl das eindringende Wasser die völlige Ausnützung der Gruben verhinderte, ergab sich bei den Schürfungen ein Reinertrag von 2400 rheinische Gulden pro Woche. Am ergiebigsten erwies sich die sogenannte Fürstenzeche bei dem Dorfe Brandholz. Unter den fremden Goldsuchern, die ins Fichtelgebirge kamen, waren besonders die Walen, d.h. die Welschen, stark vertreten. Kriegszeiten, wie der Hussitenkrieg und der 30jährige krieg, sowie die Entdeckung von Goldfeldern im Ausland, ließen den Goldbergbau im Fichtelgebirge in den Hintergrund treten. Erst der Bayreuther Markgraf Georg Friedrich weckte (im 16. Jahrhundert) den Bergbau zu neuem Leben, wobei er sich allerdings mit erheblich geringeren Erträgnissen an Gold zufrieden geben mußte. Im Jahre 1611 ergab die Grube “Fürstenzeche” nur noch 15 Mark reines Gold, wobei allerdings eine Mark Gold gleich 125 Gulden bedeutete.Ende des 17. Jahrhunderts kam das Brandholzer Goldbergwerk neuerdings in Schwung: Markgraf Christian Ernst von Bayreuth ließ aus dem Brandholzer Gold Doppeldukaten mit seinem und seiner Gattin Bildnis prägen, die Rückseite zeigte den von der Sonne bestrahlten Goldhang mit der Umschrift: “Es kreisen die Berge und es wird vollkendetes Gold geboren”.
     Als später das Land Preußen Eigentum der Bayreuthischen Lande wurde, beauftragte es den berühmten Naturforscher Oberbergrat Alexander von Humboldt mit der Leitung des Goldbergbaus im Fichtelgebirge. Dieser ließ mehrere neue Schächte graben, die aber kein nennenswerts Erträgnis lieferten. Außer Gold und Silber grub man jetzt auch Antimonit. Als die Stadt Goldkronach bayrisch wurde, da lag die “Fürstenzeche” bereits verlassen da. Die  preußische Regierung hatte schon Anfang des 19. Jahrhunderts die Bergwerke im Fichtelgebirge wegen Unrentabilität für verschiedene Bergleute freigegeben. In den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts versuchte die bayrische Regierung, den Goldkronacher Goldbergbau wieder aufzunehmen, sie hatte damit aber kein Glück, denn im Jahre 1856 betrug die Goldgewinnung nur noch 4357 Gulden, das war  weniger als die Unkosten verschlangen. Aus dieser Zeit stammen zwei Golddukaten, die auf Veranlassung König Maximilian II. als probestücke geprägt wurden  und die Inschrift tragen: “aus dem Bergbau bei Goldkronach”. Sie gehören heute zu den größten seltenheiten der Münzkunde. Im Jahre 1865 wurde der staatliche Goldbergbau im Fichtelgebirge endgültig eingestellt. Die in späteren Jahrzehnten von privater Seite erfolgten Schürfungen nach Gold blieben infolge einer gewissen Systemlosigkeit in den Anfängen stecken.
     Da machte plötzlich im Jahre 1920 das Brandholzer Goldbergwerk wieder von sich Reden. Von einer Anzahl Kapitalisten wurde die schon erwähnte “Bergbau-Aktiengesellschaft Fichtelgold” mit dem Sitze in Brandholz gegründet, mit dem Zweck, das im Fichtelgebirge an mehreren Stellen gefundene Gold bergwerksmäßig zu gewinnen. Die genannte Gesellschaft hat nach sorgfältigem Studium der alten Gänge und auf Grund zahlreicher geologischer Analysen den Goldbergbau tatsächlich aufgenommen und dabei die Feststellung gemacht, daß der Goldgehalt der Quarzgänge in diesem Gebiet im Durchschnitt 6-7 Gramm pro Tonne Gestein ergiebt, was ungefähr den Verhältnissen in südafrikanischen Goldbergwerken entspricht. Im April 1921 wurde in Brandholz mit der Abteufung eines 200 Meter tiefen Schachtes begonnen, des “Ludwig-Wittmann-Schachtes”, der 1922 fertiggestellt war.  In dem 15 Stempeln versehenen Wochwerk zu Brandholz wurde das Rohmaterial zu feinem Staub verarbeitet, der mit Wasser vermischt über Quecksilberbestrichene Kupferplatten geleitet wurde. Während des Abfließens sanken die schwereren Goldteilchen zu Boden und wurden vom Quecksilber aufgenommen. Aus dem Überzug der Kupferplatten und dem in den Bottichen befindlichen Material wurde im Schmelztiegel dann das reine Gold gewonnen. In der Inflationszeit standen die Aktien der Gesellschaft “Fichtelgold” ungemein hoch im Kurs. Aber schon im Jahre 1925 geriet die Firma in konkurs! Das Aktienkapital von 2,2 Millionen Goldmark war restlos verloren, weil sich der kostspielige Betrieb nicht rentierte. Die Ausbeute an Gold war viel  zu gering; dazu stieg mitunter das Wasser in den Schächten bis zur 45 Meter Sohle. Da überließ man die Brandholzer Goldgruben allmählich ihrem Schicksal.

 Es wurde still um sie, um das Gold im Fichtelgebirge........              

Möge die jetzige neue Firmengründung mehr Glück haben

und der armen Bevölkerung des Fichtelgebirges Arbeit, Brot und Gold bringen!

 

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