goldgesicht

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Geburtshaus Otto Tornesi
1-Goldkronach-_3

Georgius Agricola, deutscher Arzt

Geboren zu Glauchau 24. März 1494
Studium Leipzig
Reiste 1524 nach Italien, wo er die Doktorwürde erlangte
practicierte 1527 in Joachimstal
Da er später nach Chemnitz zog,
und sich als eifriger Katholik zeigte,
verweigerte man bei seinem Tode (1555)
seinen Leichnam fünf Tage lang die Beerdigung

Wein Signe

Johann Wilhelm Kretschmann (1702-1758)Quelle Dr.B.Frobel

Der Apothekerssohn wuchs in Hof auf dem Gut Stelzenhof auf; dieses finden  wir heute noch versteckt zwischen Frankenpost und Gefängnis und war ja  auch noch bis vor einigen Jahrzehnten eine Oase in der Natur. So begann  er schon als Junge zu sammeln, ging dann auf das Hofer Gymnasium,  studierte nach dem frühen Tod seines Vaters in Leipzig Pharmazie und  dann in Erfurt Medizin. Er praktizierte als Arzt in Hof, wurde  1729  schon Bezirksarzt der Landeshauptmannschaft und schließlich Ratsherr und Bürgermeister von Hof. Kretschmann hatte inzwischen schon eine große  Sammlung, hauptsächlich von Erzmineralien, kannte auch alle alten  Bergwerke und was darüber geschrieben worden war. Auf Grund dieser  überragenden Kenntnisse holte ihn Markgraf Friedrich 1737 als  Hochfürstlich-Brandenburgischen Bergrat nach Bayreuth; er sollte das  Bergwesen wieder neu beleben. Seine Vorschläge waren sehr vernünftig,  wurden aber von den Bayreuther Beamten oft hintertrieben und nicht an  den Markgrafen weitergeleitet. So lagen große Bestellungen auf den  berühmten Marmor unserer Gegend vor. Kretschmann wollte zum Schneiden  und Schleifen eine große, mit Wasserkraft der Saale  betriebene Fabrik  bauen - die viel kleinere Marmormühle in Naila wurde erst zwanzig Jahre  später gegründet. Die Marmorblöcke wurden aber weiterhin mit  Ochsenkarren zum Zuchthaus in Bayreuth geschafft, dort gesägt und mit  der Hand geschliffen. Es blieb bei dieser Monopolstellung. So  resignierte Kretschmann 1740, sicher nicht aus Gesundheitsgründen, wie  er angab, sondern aus verärgerung. In den folgenden beiden Jahren  vollbrachte er aber eine für uns heute noch wichtige Großtat; Er schrieb z.T. selbst alles zusammen, was er aus den alten Schriften und eigener  Kenntnis wußte, es wurden 32040 (!) Seiten in Oktavformat, in drei  Schweinslederbänden zusammengefaßt. Die “Berg Historia Brandenburg  Bayreuth 1741” als Standartwerk über alles, was bis 1741 in unserer  Gegend von Mineralien und Bergbau bekannt war, steht  auch heute noch im Staatsarchiv Bamberg. Manch Heimatforscher oder Lehramtskandidat hat   daraus zitiert. Aber das Werk ist zu umfangreich, viele können auch die  alte Schrift nicht mehr lesen und der vorsichtigenNutzung waren  schließlich Grenzen gesetzt. So ist es für die weitere Forschung von  unschätzbarem Wert, was in den letzten zehn Jahren passierte: Der  bibliophile Hofer Unternehmer Dr. Dr. Hans Vießmann ermöglichte es, daß  jede Seite fotografiert, retuschiert und verkleinert auf Dünndruckpapier gedruckt 1992 in einem 9 Zentimeter dicken Werk in beschränkter Auflage herausgegeben werden konnte. Wesentliche Vorarbeiten, eine erläuternde  Einführung und ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis verdanken wir  Herrn Studiendirektor Mulzer in Hof. Ebenfalls vom gleichen Mäzen  gesponsert und in gleichen Format wurde 1994 eine Übertagung dieses  Werkes in Druckschrift und mit vorausgehenden 200 Seiten Erleuterungen,  Orts-, Namens- und Bergwerksverzeichnissen herausgebracht. Diese  mühevolle Aufarbeitung verdanken wir den Herren Dieter Arzberger und  Helmut Heinrich, Selb, sowie Dr.  Friedrich Singer, Arzberg. So können  spezielle Forschungen viel einfacher bewältigt werden. Im Staatsarchiv  Bamberg befinden sich allein über  den Bergbau in Oberfranken dreißig!  Meter Originalakten! Und manche von Kretschmann erwähnte Stelle findet  man im Original wörtlich wieder; an anderer Stelle schreibt er nur einen Satz und die dazugehörige Originalakte ist fünf Zentimeter dick!.

Johann Paul Longolius (1717-1778) Quelle Dr. Bruno Frobel, Bamberg

Longolius wurde als Pfarrerssohn in Kesseldorf bei Dresten geboren, ging auf die  Kreuzschule in Dresten, 1724 zur Universität Leipzig und lehrte dort  schon vier Jahre später als Magister der Philosophie und Geschichte. Er  war noch vor Goethe ein Universalgelehrter und arbeitete ab 1732 an dem  64 (!)- bändigen Zedlerschen Universallexikon mit. Die  Universitätslaufbahn gab er auf, als er 1735 zum Rektor des Hofer  Gymnasiums berufen wurde. Dies muß sogar unter der Regierungszeit des  erstgegenannten Kretschmann als Bürgermeister geschehen sein. Trotz  immer wieder verlockender Angebote blieb Longolius bis zu seinerm  Lebensende 43 Jahre lehrend und forschend im damals schon 4000 Einwohner zählenden Hof. Er war ein vorbildlicher Schulmann und konnte daneben  auch in den markgräflichen Archiven in Ansbach und Kulmbach in den  großen “Hundsferien” forschen.

Christian Ernst Trommler (1719 - 1788) Quelle Dr. Bruno Frobel

Er war wohl der Sohn Christian Friedrich Trommler, welcher als Bergmeister aus Schneeberg in Sachsen 1717 von Bergdirektor Georg Gottftied Rücker  in das Bergrevier Goldkronach geholt wurde. Von ihm stammt eine große  handkolorierte Bergkarte aus dem Goldkronacher Revier. Im Nailaer Revier war zu dieser Zeit Johann Abraham Löwel Bergmeister. Christian Ernst  Trommler war erst in Sachsen - Weimarischen Diensten, davor wohl noch in Norwegen, Rußland und anderen Ländern und “hat sowohl in der Grube als  in der Hütte Faustarbeiten getan”. 1748 wurde er als Bergmeister - für  200 Gulden jährlich und verschiedene Deputatsleistungen - für das  Bergrevier Naila eingestellt. Nach dem Tode von Johann Abraham Löwel  wurde er 1766 auch Bergrat, von 1762 bis 1772 hatte er das Nailaer und  das wunsiedler Bergamt zu leiten. Er war vierzig Jahre bis  zu seinem  Tode “ein würdiger und in der gelehrten Welt bekannter Bergrat und  Bergmeister”. “Er war unermüdlich fleißig”. Über 30 Jahre schrieb er vor allem in der “Fränkischen Sammlungen” über unsere Bergwerke.  Diese nahm ihm sein Vorgesetzter, Geheimer Rat Schröder, etwas übel;  “Trommler, ein trefflicher Grubenmann, der, wenn er nicht so sehr in den habenden Disputen so gerne schrieb, gute Dienste leisten würde”. Er  leistete aber sicher gute Dienste, denn mit dem Bergbau ging es  aufwärts, trotz der schwierigen Zeiten (Siebenjähriger Krieg) und trotz  Geldnot, über die selbst das Hammergeschlecht der Löwel klagte. 1764  schlug er nach Kriegsende vor, ein neues Bergpadent zu publizieren und  die Ausfuhrzölle aufzuheben; Thüringen und Sachsen waren ja schon  Ausland! 1763 hatte man für 15.660 Gulden Erze ausgebracht; bei Ausgaben von 13.192 Gulden blieben 1.761 Gulden Reingewinn für die  Landesherrschaft; dies bei 200 Bergbediensteten. Er verstand es aber  auch mit der Bemerkung, er “habe ein vorteilhaftes Angebot aus der  Kurpfalz erhalten”, seiner Bestallung als Bergrat Nachdruck zu  verleihen. Er habr 70 Zechen und Hütten zu verwalten und der Bergbau  ginge gut. Es herrsche auch ein Mangel an Bergleuten, “In Sachsen hat  ein Obersteiger mehr als ein Bergmeister in hiesigem Lande hat” Er müsse durch Nebenverdienste dazuverdienen; er verlangte Zulagen für gute  Bedienstete und die Entlassung von  weniger tauglichen Leuten. Mit dem  Nailaer  Amtvogt Kayser stritt er sich wegen Aburteilung von Bergleuten  durch Zuvilbeamte und nicht durch das Berggericht. So sollte man einen  Bergjungen, wenn er in- oder außerhalb der Kirche Unfug gemacht hat,  nicht zwei Tage ins Rathaus sperren, sondern ihn eher eine Woche mit  Lohn- und Arbeitsentzug bestrafen. Mit Cantor Johann Schneider gab es  Ärger; dieser meinte, es solle früh um drei Uhr zum Anläuten nicht die  Kirchenglocke, sondern “für die wenigen Bergleute ihr eigenes Glöcklein  auf dem Zechenhaus gebrauchet werden”. Viel Gutes hat Trommler aber auch für die Nailaer Bürger getan, wie Schmeißer schon berichtete.

Samuel Wilhelm Ötter
1720-1792

Er war Kaiserlicher Hof- und Pfalzgraf, fürstlich Brandenburg-Anbachisch-  und Baireutischer Konsistorialrat, fürstlicher Hisporiograph und Pfarrer zu Markt Erlbach.
Nach Besuch der schule in seiner Heimatstadt und  des Seminars in Bayreuth trat er 1736 in das Gymnasium ein und wurde  1743 in die neugegründete Universität Erlangen aufgenommen.
Sein  Lieblingsfach war Geschichte.
Arbeiten über “historische Fakten aus den Zeiten der sich bildenden Verfassung  Deutschlands, über Rechte und Vorzüge deutscher Reichsfürsten, über  Münzen, über Etymologien alter Namen von Familien und Ortschaften und  über Entstehung und Veränderung der Wappen” zeichneten ihn aus.
Mitglied war er in der “Teutschen Gesellschaft in Göttingen, der gelehrten  Gesellschaft in Duisburg, der kais. Französichen Akademie freier künste  in Augsburg, der Gesellschaft freier Künste in Leipzig und der Münchner  Akademie”.

Geburtshaus Nr 88, heute Marktplatz Nr. 11 Bäckerei Konrad Beck

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