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Berneck

Berneck wird Stadt


     Unter den Burggrafen blühte Berneck rasch auf und erlangte die Rechte und Privilegien einer Stadt. Da keine Urkunde vorliegt, in welcher die Stadtrechtsverleihung förmlich ausgesprochen ist, muß ein anderes Schriftstück als Beweis herangezogen werden. Es ist dies ein Dokument vom
                                         18. November 1357
in dem Friedrich von Hohenzollern, der Burggraf von Nürnberg, seiner Gemahlin Elisabeth außer der Herrschaft und Veste Plassenburg, sowie der Stadt Kulmbach auch die  “Veste und Stat zu Bernek”als Leibgedinge und Wittum versichert.
     Nach dieser Urknde war Berneck schon zur Stadt erhoben. Es kann vermutet werden, daß diese Erhebung von dem Burggrafen Friedrich V. bei seiner Regierungsübernahme im Jahre 1357 anläßlich der Huldigung Bernecks vorgenommen worden ist.
     Die Pflichten, die der jungen Stadt erwuchsen, waren bald erfüllt. Die Mauern, 120-170 m hoch, hatte schon die Natur in den steilen Bergwänden errichtet. Wehrgänge, Wehrtürme und Bastionen waren überflüssig. Es blieb also nur die Aufgabe, die Hauptstraße durch zwei Tore, das untere oder Bayreuther Tor und das obere Hofer Tor, abzuschließen. Der Marktplatz war schon geschaffen, das Rathaus in der Mitte desselben am offenen Knodenbach mag sich wohl vor Stolz ein wenig seiner Würde einen Turm mit zwei Glocken bekommen haben.
     Die Stadt wurde verwaltet von 10 Männern “des Rats” und 4 Bürgermeistern, von denen jeder abwechselnd 1 Quartember (1/4 Jahr) als Amts- oder Regierender Bürgermeister die Geschäfte führte. In den 3 Dienstsiegeln, dem großen, mittleren und kleinen, prangte das Hauswappen der Grafen von Hohenzollern: der schwarzweiß geviertete Schild mit dem Braken als Helmzier.
     Unter dem Vorsitz des markgräflichen Stadtvogtes hegten die Ratsmannen mit dem Bürgermeister als “Geschworene Schöffen”  jährlich viermal das Stadt- oder Eegericht, auch “Ehaft Gericht” genannt. Der Stadtschreiber trug die Entscheidungen dieses Gerichts in Erb-, Grundstücks-, Weg- und persönlichen Streitigkeiten in das Stadt- oder Copialbuch.
     Berneck erlag als Sitz mehrerer Ämter, des markgräflichen Amtes (häufig auch des Oberamtes) des Vogteiamtes und des Kastenamtes (letzteres i. J. 1604 nach Gefrees verlegt) wachsende Bedeutung, Begünstigt durch seine zentrale Lage entwickelte es sich zum wirtschaftlichen und kulturellen Mittelpunkt des Oberamtes, das die Ämter Berneck, Gefrees, Goldkronach und Stein umfaßte.
     Schon 1375 war ihm eine Vorstadt zugewachsen, die jedoch in diesem Jahr mit der gesamten Altstadt völlig niederbrannte. Aus seiner Asche erstanden   , mußte es 1430 den Hussitensturm und 1462 den Einfall der Böhmen  über sich ergehen lassen. Kam es im Bundesständischen Krieg (1552-1555) im großen und ganzen glimpflich davon, so hatte es um so mehr im 30 jährigen Krieg besonders im Jahre 1632-1633 zu erdulden.
     Den letzten Totalbrand erlitt es am 13. Mai 1692. Bis auf die hintere Mühle und einige kleine Häuslein wurde die Stadt ein Raub der Flammen. Die frevelhafte Leichtsinn eines betrunkenen Schmieds, im Bett seine Pfeife auszurauchen, hatte dieses schwere Unheil verschuldet. Was Jahrhunderte mühsam aufgebaut hatten, war in wenigen Stunden völlig vernichtet. Der einzige Zeuge mittelalterlicher Pracht und Herrlichkeit ist der Kirchturm, und auch dieser nur in seiner unteren Hälfte.
     Ein neues Berneck erstand aus der Asche, dank des freudigen Aufbauwillens und der zähen Tatkraft aller Bürger. Noch im gleichen Jahr honnte der Chronist, Magister Will aus Creußen, feststellen: “Man siehet, wie Berneck, je länger je mehr, aus der Asche viel schöner als es jemals  gewesen, wieder emporgekommet.”
     Es dauerte aber noch eine geraume Zeit, bis der alte Wohlstand zurückgekehrt war. Das Jahr 1751 gibt uns den ersten überzeugenden Bewis davon: die Stadt war in der glücklichen Lage, ihren wertvollsten Besitz, die sieben Berge, käuflich zu erwerben. Ihr Landesherr, Markgraf Friedrich, der Schwager Friedrich des Großen, war nämlich genötigt, Ländereien loszuschlagen. So kam am 14. Juni 1751 der Kaufvertrag zustande, nach welchem die Stadt um 900 Gulden Eigentümer des 400 Tagwerk umfassenden Grundbesitzes auf den umliegenden Höhen wurde.
     100 Jahre später sollte dieser Kauf seine schönsten Früchte zeigen

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