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G.K. Adler Königl. Bayer. prot. Dekan, Districts-Schulinspector u. 1. Pfarrer daselbst schrieb im Jahre 1844 folgendes:
4.) Die Eisenleiten am rechten Ufer des Mains, gegen Goldmühl zu, wird noch jetzt zur Ausbeute von Eisenstein benützt, jedoch nicht mehr rein bergmännisch bearbeitet. Der Eisenstein der Grube “Beständig Glück” führt zu viel Schwefel, und kann nur mit reinerem Eisenerz vermischt ohne Schaden für die Hochöfen geschmolzen werden. Dass die Alaungruben samt Stollen verfallen sind, aus Mangel an Ausbeute und Gewinn, ist oben erwähnt. Schöne Buchenwälder gedeihen hier, und wunderlieblich ist die Stelle, welche “Blüchers-Ruh” heißt. Die Veranlassung zur Errichtung und Benennung dieser Stelle gab folgendes denkwürdiges Ereignis. Lebrecht von Blücher, Excellenz, stand 1806 als kgl. preuß. Generallieutnant, Chef eines Husaren- Regiments und Commandeur aller damals im Fürstentum Bayreuth liegenden kgl. preuß. Observations-Truppen zu Bayreuth. Der königl. Kreisdirektor Karl Fr. Phil. Freiherr von Reitzenstein zu Bayreuth veranstaltete am 25. Januar 1806 diesen Helden zu Ehren, welcher Stolz, die Hoffnung und nachherige Mitretter des deutschen Vaterlandes war, in dem Alaunbergwerke, “Beständig Glück” dahier, ein glänzendes Fest. Dazu waren geladen die H.H. Generale aus der Umgegend, der Generalstab, darunter Seine Hoheit der Herzog und Prinz von Braunschweig, welcher in demselben Jahr zu Jena sein Leben fürs Vaterland verblutete, ferner viele Honoratioren, Damen und Jungfrauen von Berneck und der Umgegend. Die volle Regimentsmusik war bestellt, und in einem Seitenschachte postiert. Der enge Stolle4n, oder wagrechter Eingang in die Grube, war etwa 60 Lachter (das Lachter zu 7 Fuß)=1 Lachter ca. 2m, mit Seitenlichtern erhellt. Im Innern der Grube und ihren Weitungen strahlte eine feentempelartige Beleuchtung, und als Blücher auf einen Pfosten (einer Bohle) über einen tief unter seinen Füßen beleuchteten Schacht zu schreiten begann, donnerte rechts und links unter seinen Füßen in einem Augenblicke zwölf losgebrannte Bohrlöcher, gleich einer Schlachten-Kanone, an sein Ohr. Der Held, der Ritter ohne Furcht und Tadel, gewohnt, weder zu wanken noch zu weichen, war zwar überrascht, trat indessen festen Schrittes in seiner blauen Husaren-Uniform vorwärts, und in demselben Augenblicke berüßte ihn die rauschende Regimentsmusik. Als er den innern Raum betrat, bewillkommten ihn sinnige tranparente Gemälde und Inschriften an einer dreißig Fuß hohen Pyramide, welche mitten auf einer Bretterbühne in einem Lichtschachte errichtet war. Die Weitung umher diente zum Tanzsaale, während die Nebenräume, alle kostbar meublürt, dekorirt und illuminirt, zu Speisegemächern umgewandelt waren. Oben im Lichtschachte strahlte eine tranparente Sonne, und in beleuchteter Ferne eines Doppelortes reflektirte ein angebrachter großer Spiegel das Ganze der magischen Illumination. Blücher eröffnete den Ball um die Pyramide in einer Polonäse mit der Freifrau von Reitzenstein, und der Tanzlust ward wie in einem Zauberschlosse gehuldigt. Dann wurde köstlich geschmaust und ritterlich gezecht. Während der Festivitäten war dem Bergmanne und Steiger Marquard ein Töchterlein geboren und raschbat er Blücher und die Freifrau von Reitzenstein zu Gevattern. In der Sudhütte des Bergwerks mußte am Schlusse des Festes zur Stelle Hr. Pfarrer Arndt, in Civilkleidern, und ohne Buch, die Taufe verrichten, und unser Held mit seinem Stabe wohnte dem Acte in würdiger Haltung und Andacht bei, und beschenkte sein Pathchen mit dem ganzen baaren Geldvorrathe samt seiner Börse, wie er sie aus der Tasche zog, worauf er vergnügt nach Bayreuth zurückeilte. Die Anordnung des Festes hat Hr. Ober-Bergmeister Killinger geleitet, unter seinen Gehülfen befand sich unser noch immer heiterer und rühriger Hr. Bergmeister, dortmaliger Schichtmeister, Schmidt aus Wunsiedel. Die Kosten bestritt großen Theils der Hr. Kreisdirektor von Reitzenstein. Die bezaubernd beleuchteten Räume, welche damals Zeugen fürstlicher, überirdischer Herrlichkeit waren, sind nun verfallen und ganz unzugänglich. Aber das Andenken des Festes lebt hier nicht weniger, als das Gedächtnis des Festköniges, Blücher, im deutschen Vaterlande fortlebt.

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